Im Wechselbad der Motivation – Leaving Comfort Zone

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Etwas ruhig war es hier während der letzten Wochen. Und das obwohl doch einiges passiert ist: der Liga-Abschluß am Schluchsee, eine 1.500 Kilometer Rundfahrt mit dem Rad und die Anmeldung für Roth! Aber Blog-Schreiben und Radreise lassen sich eben nur schwer vereinbaren. Daher von vorne:

Keine Lust mehr am Schluchsee

Einzelne Wettkämpfe sollen ja nicht dauerhaft negativ besetzt werden. Dennoch kann ich nicht anders als dem Schluchsee eine gewisse Rolle zuzuschreiben. Schon im letzten Jahr erlebte ich dort beim Schwimmen ein kleines Drama mit Panik beim Start, Verschlucken in den Wellen und ein mühsamer Radstart nach dem anstrengenden steilen Weg vom See in die Wechselzone. Und genau diese Stichworte bringen auch den diesjährigen Wettkampf am Schluchsee auf den Punkt. Nur dass das Schwimmfiasko noch etwas extremer ausfiel als im letzten Jahr. Zusätzlich habe ich mich in diesem Jahr einfach komplett durch den Wettkampf gequält und muss gestehen, dass ich am liebsten ausgestiegen wäre. Gut, dass es für unser Mädels-Team um einen Podiumsplatz bei der finalen Liga-Siegerehrung ging. Das hat mich dann doch noch irgendwie durch die Rad- und Laufstrecke gebracht. Da ich manchmal etwas zur Übertreibung neige, habe ich den Vereinskollegen am Streckenrand bei jeder der vier Laufrunden zugerufen, dass ich so was nie mehr machen werde und dies mein letzter Wettkampf sei. 🙂

Ich habe mich kurzzeitig an einer Analyse meines schlechten Schwimmergebnisses und durchwachsenen Rad- und Laufzeiten versucht. Lag es daran, dass ich davor eine harte Arbeitswoche mit abendlichen Networking Veranstaltungen hatte oder daran, dass ich mental einfach schon im Urlaub war, der direkt am Tag danach losging und ich mich mehr auf den Urlaub als auf den Wettkampf freute? Oder war ich einfach körperlich  nicht komplett fit, da ich schon die gesamte Woche zuvor eine dauerhafte Müdigkeit verspürte, die einfach nicht in Wettkampf-Fieber übergehen wollte? Ich werde es wohl nicht herausfinden und keiner der Erklärungsversuche lässt sich irgendwie in etwas überführen, das ich zukünftig anders machen könnte. Daher: Schluchsee erst Mal abgehakt, über die Schwimmleistung kann ich mittlerweile lachen und ich freue mich, dass wir mit dem Mädels-Team am Ende in der Saisonwertung auf Platz 6 gelandet sind.

Eine andere Art von Training im Urlaub

Dass Triathleten im Urlaub nicht einfach nur am Strand liegen ist klar. Mein Freund und ich haben uns daher in diesem Jahr für eine dreiwöchige Radreise entschieden. Das schöne daran: wir sind ständig in Bewegung und an der frischen Luft. Gleichzeitig ist das Reiseradeln eine tolle Abwechslung zum wettkampfspezifischen Training, da es einfach um Bewegung nach Lust und Laune geht ohne spezifische Ziele. Und das ganze Gepäck auf dem Rad (inklusive Zelt, Isomatte, Kochutensilien) bot einen interessanten neuen Trainingsreiz. 🙂

Vom Bodensee Richtung Schweiz

An der Saone entlang

Und dann doch wieder voller Motivation

Eigentlich hat es nach dem Schluchsee nur zwei Tage gedauert bis mir klar war, dass ich mich für Roth 2018 anmelden möchte. Mit dem Gedanken habe ich mich schon länger befasst. Auch meine spontanen emotionalen Ausrufe am Schluchsee „Ich mach das nie wieder!“ haben mich nicht wirklich davon abgehalten, dass ich mich aus dem Urlaub aus für Roth angemeldet habe. In den Wochen davor habe ich des öfteren darüber nachgedacht, ob es schon der richtige Zeitpunkt für meine erste Langdistanz sei und ob ich das wirklich schaffen kann. Das werde ich wohl nur rausfinden, wenn ich es angehe. Und dass ich mich der Herausforderung stellen möchte, habe ich nicht zuletzt daran gemerkt, wie sehr ich gebibbert habe, ob ich tatsächlich einen der begehrten Startplätze ergattere. Am Ende hat es hat geklappt. Ich bin angemeldet und am liebsten würde ich jetzt direkt – energiegeladen vom Urlaub – ins Langdistanz-Training einsteigen. Ein bisschen gehen meine Pläne für die nächsten Wochen schon in diese Richtung: ich werde nochmal eine Mitteldistanz im Saarland machen und mich dann im Oktober an einem Marathon erproben. Ohne dabei auf eine super Zeit auszusein, sondern einfach nur um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie es sich anfühlt 42 Kilometer zu laufen. Wohlwissend, dass sich dies nach 180 Radkilometer nochmal komplett anders darstellen wird.

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